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Gibt es etwas schöneres als unseren Dialekt? Eigentlich nicht - warum verleugnen wir ihn dann meistens? Er spiegelt schließlich unsere eigene Geschichte wieder, gerät aber leider mehr und mehr in Vergessenheit. Selbst die eigenen Kinder kennen Begriffe nicht mehr, die für die Generation vorher noch zum alltäglichen Wortschatz gehörten. Mit diesem Artikel wollen wir diese alten Begriffe für nachfolgende Generationen sichern und bewahren. Wichtig dafür ist natürlich die Mitarbeit der Schlerther, vor allem der älteren Generation. An die Jugend hingegen erfolgt der Aufruf "dem Obba odder der Omma sei / ihr alta Ausdrügg" an uns weiterzugeben. Vielen Dank für Eure Mitarbeit.

Hier findet man bisher gesammelte Begriffe und Redewendungen aus dem "alten Schlerth" und seiner Umgebung:

 "schlerthisch"
 Bedeutung
 Äh, Äer  Ei, Eier
 ååni (gånga)  weiter, weg (gehen)
 Baddla  kleines Beil
 blägg  weinen
 bläida  weg von hier
 Blunser  schlechter Fußballer
 Blunsn  aufgeblasene Schweinsblase, Ball
 Böck  Dorfneckname für Rundelshäuser (Bock)
 Brummelsubba  Zurechtweisung von der Ehefrau
 Brunskarter  Ersatzkartenspieler für Pinkelpausen
 Bua  Bub, Junge
 Daabdüdl  begriffsstutziger Mensch
 Diechlkocha  Pfannkuchen
 Doud  Pate, auch Anrede unter Gleichnamigen
 Dröädl  Trottel
 Dudda  Tüte
 Eula  Dorfneckname für Vasbühler (Eule)
 Fasäela(i)  Bohne (n)
 fei ...  verstärkender Ausdruck (wirklich, echt...)
 flöötsch  weinen
 Fräla  alte Frau
 Frieseli  Schnittlauch
 gaadli(ch)  günstig, gelegen (Zeitpunkt)
 Göiger(la) (Pl: li)  Hahn (Hähnchen)
 Gria  Meerrettich
 Grämf in die Rånza  Blödsinn, Unsinn im Kopf (Bauch)
 Grumbern  Kartoffeln
 Grumschdiefl  "falscher" Mensch
 Hädschaglaas  unselbständiger, trotteliger Mensch
 Herrla  alter Mann
 hieh  kaputt
 Hoachsächer  Dorfneckname für Egenhäuser
 Hosakuah  Häsin
 Hündsbrunser  Radabweiser an den Hoftorgewänden
 Hündsgauzer  Dorfneckname für Schleeriether (Hund)
 Kådza  Dorfneckname für Eckartshäuser (Katze)
 Kånsbärla(i)  Johannisbeere(n)
 Kanuffl (Stierbeudl)  rücksichtsloser Egoist
 Karwensmann (Drumm)  riesiges Teil
 knöähr, Geknöähr  jammern, Gejammere
 mungerd  schlecht gelaunt, trotzig
 Mänggängeli  Sperenzchen, Fisimatenten
 Mee  Main
 Mohnsäck  Dorfneckname für Schnackenwerther
 mouern  morgen
 Mugga  Mücke, Fliege
 näichda  gestern
 no freili  verstärkende Zustimmung (auf jeden Fall...)
 nüh (gia)  rüber (gehen)
 nüh schnåpp  verrückt werden
 Pförz (dann sei, dei...)  Hirngespinste (Pfürze)
 Raaf  hässliche Frau
 Rånga  Hang
 Rånza  (dickerer) Bauch
 Riweleskocha  Streuselkuchen
 Ruaß  Rausch
 säch (bruns)  pinkeln
 Sächbeudl  männliches Gegenstück zur Sächbüggs
 Sächbüggs  Luder, Schlampe
 Sächn  warmes oder abgestandenes Bier
 Schbädza  Spucke (auch schimpfen)
 Schdinggerla(i)  Tagetes, Studentenblume (n)
 Scheesa  Kinderwagen
 Schlågg  Schelm, Spitzbube
 Schlöbba (... ro heng, ziah)  Mund (... traurig, trotzig)
 Schlurch  leichtsinniger, ignoranter Mensch
 Schmier  Marmelade
 Schniggerli  "eingelegter Panzengulasch"
 Schrocha  Ablagebock/-tisch bei Hausschlachtungen
 Schweiferd  Schweinfurt
 Verrecker  Schimpfwort für freche Buben
 Wecksömmeda  Rezept mit in Milch eingelegten alten Brötchen
 Werni  Werneck
 zieh(p)f(t) (rüm...)  erste Anzeichen einer Krankheit bemerkbar
   

In Arnstein-Büchold gibt es einen sehr rührigen Verein, der sich seit Jahren mit Mundart beschäftigt. "Zweck des Vereins ist die Bewahrung des unterfränkischen Dialektes und der unterfränkischen Lebensart durch Dokumentation in Ton und Bild, das Sammeln alten Bild- und Schriftmaterials sowie die Präsentation durch ein museales Konzept."

Schaut doch mal auf die Website ...

 

...., Ergänzungen bzw. Änderungen in den verschiedenen Artikeln mit dem Datum des Einstellens finden Sie hier:

 

21. März 2021. März
Unser Dorf / Dorfgeschichte / Dorfdialekt
neuer Menüpunkt bzw. Beitrag

Unser Dorf / Bemerkenswertes / Obstpfad
Bildergalerie hinzugefügt

19. März 2021
Unser Dorf / Dorfgeschichte / Persönlichkeiten / Dorfschullehrer
Bilder hinzugefügt von Lehrer Marzellus Pfeuffer und Lehrerin Elfriede Grob.
(zur Verfügung gestellt von Harald Schmittfull, Schleerieth)

19. März 2021
Unser Dorf / Dorfgeschichte / Persönlichkeiten / Pfarrer

Anmerkung: Im Buch "Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg, Siebenter Band, Erstes, zweites und drittes Heft, Würzburg 1843" findet man im Kapitel "Geistliche in Ebern" für das Jahr 1616 folgenden Eintrag: Peter Schleerieth, Pfarrer 1616.

Anmerkung: Im Buch Germania Sacra. Dritte Folge; 4; Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg: Die Würzburger Bischöfe von 1617 bis 1684; im Auftrage der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen herausgegeben von Winfried Romberg (2011) im Kapitel "Die Ponitfikate 1617-1684" unter dem Bischof Philipp Adolph von Ehrenberg (1623-1631) ist unter "Allgemeine religiöse Situation" folgendes zu lesen:
... Nur gelegentlich werden Missstände im Klerus laut: Der Pfarrer von Schleerieth wird wegen Konkubinat in den Turm geworfen. ... Um welchen Pfarrer es sich handelt ist nicht bekannt.

(beide Hinweise von Albin Warmuth, Zeuzleben)

1706 Adam Huppmann

1733 Jörg Huppmann

1737 Claus Huppmann

1767 Adam Huppmann

1776 Hans Jörg Schlotter

1796 Adam Friedrich

1807 Lorenz Schlotter

1813 Adam Friedrich

1821 Gg. Philip Neubert

1830 Gg. Neubert

1848 Ad. Kömm

1857 Jos. Schlotter

1870 Konrad Pfister

1888 Ad. Rettner

1906 Konrad Pfister

1924 Joh. Rettner

1933 Neubildung der Gemeinderäte, Joh. Rettner (1. Bgm.);
von hier an wurden die Gemeinderäte nicht mehr gewählt, sondern ernannt.

1936 Joh. Weth

1945 Eduard Schmittfull; von den Amerikanern eingesetzt

1946 wurde gewählt: Eduard Schmittfull

1968 Otto Schmittfull

(Quelle bis hier: Q-1)

1972 Anmerkung: Im Zuge der Gebietsreform wird die Großgemeinde Werneck gegründet, Schleerieth verliert seine Selbständigkeit. Ab hier werden Gemeinderäte gewählt.

1972 Otto Schmittfull

1990 Walter Rettner

xxxx Anita Kraus

xxxx Matthias Schmittfull

 

(Quelle; 1972 bis hier: Q-2)

 

Quellen:

Abk. Quelle
Q-1 "Dorfbuch", erstellt von Eduard Schmittfull bis in die 70er Jahre
Q-2 Zeitzeugen

 

Zusammengestellt und Anmerkungen von Martin Pfister, Schleerieth

 

1814   Gg. Finzinger

1864   ... Hornung

1870   ... Herbert

Er war z. Z. Gemeindeschreiber und Kassier. Der Voranschlag für die neue Schule beträgt 6700 fl. Während des Schulbaues war der Unterricht in HNr. 45.

Anmerkung: Das neue Schulhaus, die heutige Alte Schule, wurde nach anderen Quellen im Jahre 1873 gebaut. Weil es damals noch keine Straßennamen, sondern nur Hausnummern gab, kann die Beschreibung aus dem Dorfbuch mit der Hausnummer 45 der "Ausweichschule" eindeutig zugeordnet werden (siehe unten am Bildrand). Das Schulhaus hat die Hausnummer 39, es liegt direkt unterhalb der Kirche. Hier in der Urkarte aus den Jahren um 1860 ist noch die ganz alte Schule eingezeichnet, mit Nebengebäuden, kleinem Hof und Garten. Direkt darunter, die Nr. 41, ist das alte Backhaus des Dorfes. Es wurde im Jahre 1969 abgerissen.

1886   ... Wolf

1906   Theodor Nöth

1923   Lud. Reith

1946   Heinrich Funke

1949   Marzellus Pfeuffer

ab 1964   Bis zum Schuljahr 1963/64 gab es nur eine Klasse für alle Schüler des Dorfes, seit diesem Schuljahr wird der Unterricht in zwei Jahrgangsstufen gehalten: die neue Lehrerin Elfriede Grob (Bild unten) übernimmt die Klassen 1 bis 4, während Marzellus Pfeuffer (Bild oben) die Klassen 5 bis 9 unterrichtet.

1967   Oskar Vogel

Frau Vogel (Verbandsschule)

1968   begann der Untericht in der Verbandsschule mit 16 Klassen

 (Quelle bis hier: Q-1)

 

Quellen:

Abk. Quelle
Q-1 "Dorfbuch", erstellt von Eduard Schmittfull bis in die 70er Jahre
   

Zusammengestellt und Anmerkungen von Martin Pfister, Schleerieth

 1470-1515   Johann Reichenherbst

1537   Hermann Mohot (?); für ?kurts h. Kaplan

1515-1540   Leonhard Slich

1537-1540   Laurenzius Salender

1540-1547   Nickl. Seyfried

1547-1559   Andreas Holzapfel

1559-1561   Sebastian Rebstein

1561-1576   Andreas Braun

1577-1586   Johannes Wansieg(d?)el

1586-1590   Baldasar Speth; zugleich Pfarrer von Schwebenried

1591-1599   Johannes Falkenstein

1600-1605   Martin Vaisel

1605-1609   Wilhelm Ball; Domvikar

1609-1612   Johannes Gerle (?)

1612-1616   Conradus Dänzer

Anmerkung: Im Buch "Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken und Aschaffenburg, Siebenter Band, Erstes, zweites und drittes Heft, Würzburg 1843" findet man im Kapitel "Geistliche in Ebern" für das Jahr 1616 folgenden Eintrag: Peter Schleerieth, Pfarrer 1616.

von 1616   Johann Stier

-1618   Johann Schwab

-1628   Sebastian Stier

-1629   Kaspar Schwemmer (?)

Anmerkung: Im Buch Germania Sacra. Dritte Folge; 4; Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg: Die Würzburger Bischöfe von 1617 bis 1684; im Auftrage der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen herausgegeben von Winfried Romberg (2011) im Kapitel "Die Ponitfikate 1617-1684" unter dem Bischof Philipp Adolph von Ehrenberg (1623-1631) ist unter "Allgemeine religiöse Situation" folgendes zu lesen:
... Nur gelegentlich werden Missstände im Klerus laut: Der Pfarrer von Schleerieth wird wegen Konkubinat in den Turm geworfen. ...
Um welchen Pfarrer es sich handelt ist nicht bekannt.

-1651   Jedokus Kaiser

1649-1656   Georg Riegler

1652-1653   Heinrich Bausenbach

1653   Joh. Adam Breidenbach

1653   David Kempf

1653-1654   Michael Fischer

1654-1655   August Bernh. Sell

1655-1659   Johan Ap(g)ri?ola

1659-1662   Johann Philip Mauder

1662-1667   Wilhelm Ventinus

1667-1670   Johann Kaspar Helldörfer (?)

1668-1670   Karspar (?) Markfurt

1670   Michael Heuring

1670-1673   M. Thomas Höflich (?)

1670-1677   M. Philip(?) Wilf. Weingart

1677-1678   Joh. Adam Scheuring

1678-1681   Joh. Konrad Richter

1671-1682   Joh. Osterberger (?)

1682-1688   Gg. Mich. Renk

1689-1695   Joh. Nickl. Hain

1695-1708   Joh. Jäger; Kaplan

1691-1708   M. Adam Schössel (?)

1708-1722   Joh. Adam Kuhn

1722   Joh. ??? Heinbek

1722-1728   Johann Adam Wegner

1728-1744   Franz Anton Wolf

1744-1766   Johann Georg Drescher

1766-1775   Johann Kaspar Wehner

1775-1802   Laurenzius Wehner

1802-1820   Franz Krüger(?); Karlstadt

1820-1842   Georg Hart; Hergolshausen, hier begraben

1842-1844   Josef Nolmut (?)

1844-1871   Michael Beußner; Kronungen, hier begraben

1871-1880   Georg Kaspar ???; Karlstadt, hier begraben

1880   Kaspar Josef Bruß (?); Mitgenfeld (?), Aushilfe

1880-1887   Karl Bürger; Dorfprozelten

1883-1898   Konrad Fleckenstein; Schöllkrippen

1898-1903   Josef Rosenberger; Karlburg

1903-1909   Edmund Stenger; Fechenbach

1909-1915   Stefan Schuggert; Karbach

1915-1923   Josef Röder; Randersacker,
gestorben in Schleerieth, beerdigt in Randersacker

1923-1939   Ernst Joseph Söller, Miltenberg

Anmerkung: Pfarrer Söller wird im Jahre 1933 zum Ehrenbürger von Schleerieth ernannt.
Am Tag vor Heiligabend des Jahres 1939 will der rührige Seelsorger noch kurz in die Kirche. Auf dem gepflasterten Platz vor dem Gotteshaus ist das Glatteis besonders tückisch, Pfarrer Söller stürzt unglücklich und verletzt sich dabei so schwer, dass er einen Tag später, am Weihnachtsabend, den 24.12.1939 verstirbt.

Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Schleerieth. Pfarrer Söller hat sich in der Aufarbeitung der Heimatgeschichte besonders verdient gemacht. Seine Arbeiten über Flurnamen, Ortsnamen usw. sind häufig veröffentlicht worden. Auf seine Initiative wurde im Jahre 1925 der Obst- und Gartenbauverein gegründet.

1940-1958 Joseph Karl; Oberhausen bei Ochsenfurt

1958-1964 Emil Müller; Mechenhard bei Obernburg

(Quelle bis hier: Q-1)

1964-2002 Peter Roth; Aschaffenburg
Anmerkung: Für Pfarrer Roth ist Schleerieth die einzige Pfarrstelle: Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1958 ist er noch mehrere Jahre an verschiedenen Orten als Kaplan eingesetzt, anschließend kommt er als Pfarrer hierher und bleibt bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand. Ganze 38 Jahre lang ist er Pfarrer von Schleerieth! Für die Kinder des Dorfes hat er immer einen Fußball auf Lager, falls beim Spiel aufs Pfarrhoftor einer kaputt geht - seine persönliche Leidenschaft ist das Schafkopfspiel im Gasthof. Am 20. Juli 2018 feiert Pfarrer Roth sein 60-jähriges Priesterjubiläum in seiner Heimat Aschaffenburg. Aus seiner alten Pfarrei Schleerieth reisen Schleeriether, Rundelshäuser, Eckartshäuser und Vasbühler an (insgesamt 25 Personen), um ihrem langjährigen Pfarrer zu gratulieren.

 

2002-2017 Pater Thomas Pullattu (MCBS); Punnathura/Kerala, Indien
Anmerkung: Im September endet die 20-jährige Zeit als Seelsorger in Deutschland für Pater Thomas. 15 Jahre davon ist er in Schleerieth, entsprechend bewegend ist sein Abschied: "nach 15 Jahren bist du Schlerther...". Pater Thomas kehrt in seine Heimat Indien zurück. Mit Pater Thomas endet nach 547 Jahren die Eigenständigkeit der Pfarrei Schleerieth (seit 1470). Sie bekommt keinen Pfarrer mehr zugeteilt, die Seelsorge übernehmen die Priester der PG Maria im Werntal.

 

  16.06.2016 "Das Licht der Malabarküste..."

   27.07.2017 "Mit einem Thermomix zurück..."

 

2017-2020 Pater Dr. Vincent Moolan; xxx, Indien (Pfarrer von Werneck, hier Pfarradministrator der PG Maria im Werntal)
Anmerkung: Pater Vincent ist seit 2008 Pfarrer von Werneck. Als Pfarradministrator für die Pfarreiengemeinschaft Maria im Werntal ist er jetzt auch verantwortlich für die Pfarrei Schleerieth.

 

2017-2018 Pfarrvikar Dr. Simon Schrott, Großwallstadt (PG Maria im Werntal)
Anmerkung: Weil er sich zusätzlich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaften der Universität Würzburg auf seine akademische Laufbahn vorbereitet, wird der nur noch als Halbtagsstelle ausgeschriebene Seelsorgedienst in der Pfarreiengemeinschaft mit dem promovierten Pfarrvikar besetzt. Er bezieht das Pfarrhaus in Schleerieth. Bereits ein gutes Jahr später entscheidet sich Dr. Schrott für den Abbruch dieser wissenschaftlichen Laufbahn und wird an die Pfarreiengemeinschaft St. Georg in Karlstadt versetzt. Der ehemalige "Domspatz", der am Internat der Regensburger Domspatzen ausgebildet wurde, bleibt nicht zuletzt wegen seiner schönen Stimme in Erinnerung. Einen großen Teil seiner Gottesdienste begleitet er mit seinem Gesang. Im Jahre 2021 orientiert sich Dr. Schrott erneut um - er tritt in den Benediktinerorden in Münsterschwarzach ein und wird Mönch.

 

2018-2019 Pfarrvikar Pater Murphy Sebastian Raj; Tiruchirappalli/Tamilnadu, Indien (PG Maria im Werntal)
Anmerkung: Nach nur 10 Monaten im Schleeriether Pfarrhaus verlässt Pater Murphy die Pfarreiengemeinschaft Maria im Werntal und legt sein Priesteramt aus persönlichen Gründen nieder. Pater Murphy wird in der kurzen Zeit auch wegen seines Humors sehr geschätzt - er richtet mit der Faschingsgemeinschaft einen Gottesdienst in Schleerieth aus, der wohl unvergessen bleibt. Mit dem Weggang von Pater Murphy steht das Pfarrhaus zum Entsetzen der Schleeriether nun leer.

 

2019 Mit Ingrid Graber verlässt die letzte Pfarramtssekretärin das Pfarrbüro in Schleerieth. Nachdem man ein paar Monate gehofft hatte, dass die Stelle neu besetzt wird, ist es nun offiziell: es gibt ab sofort auch kein Pfarrbüro mehr in Schleerieth.

2020 Pfarrer Michael Krammer, xxxx (Pfarrer von Werneck, hier Pfarradministrator der PG Maria im Werntal)
Anmerkung: Der neue Pastoralraum Werneck wird von Bischof Franz Jung ins Leben gerufen, neuer Pfarrer von Werneck wird der bisherige Pfarrer von Essleben, Michael Krammer. Er wird gleichzeitig Leiter der PG Maria im Werntal und der PG Heiliger Sebastian (Eßleben). Zum neuen Pastoralraum gehört auch die PG Luisenhöhe (Waigolshausen).

 

(Quelle, 1964 bis hier: Q-2)

 

Quellen:

Abk. Quelle
Q-1 "Dorfbuch", erstellt von Eduard Schmittfull bis in die 70er Jahre
Q-2 Zeitzeugen

 

Zusammengestellt und Anmerkungen von Martin Pfister, Schleerieth

Herzlich Willkommen in der neuen "Dorfchronik-Online" von Schleerieth!

Die Bewahrung der Geschichte unseres Dorfes soll ein zentraler Teil dieser Website sein. Mit der Zusammenstellung von historischen Dokumenten und Gegebenheiten verknüpfen wir die Hoffnung, dass sie die Biographie unseres Heimatortes Schleerieth lebendig werden lässt und vor allem die Jugend den Wert dieser Zeitreise erkennt. "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten", ein Zitat unseres ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl das nicht nur für die Weltgeschichte, sondern im Besonderen für die "kleine Geschichte" unseres Dorfes gilt.

Die Idee zur Erstellung dieser "Online-Chronik" gründet nicht zuletzt darauf, dass sie für Jedermann überall verfügbar ist und damit das Interesse daran, gerade für nachfolgende Generationen, interessanter wird. Außerdem erhoffen wir uns, dass durch das vielleicht geweckte Interesse, viele historische Informationen und Materialien an uns weitergeleitet werden, bevor sie unwiederbringlich verloren gehen. Gestalten Sie also mit uns gemeinsam ein "Geschichtsbuch" des Dorfes Schleerieth und bleiben Sie interessiert daran... denn "die Geschichte endet nicht mit uns" (Sokrates, griechischer Philosoph, 470 - 399 v. Chr.).

Schleerieth, im Februar 2021

Martin und David Pfister

2000 Durch eine Privatstiftung kann eine freistehende Totenglocke neben dem Leichenhaus aufgestellt werden. Ab sofort begleitet ihr Klang jeden Schleeriether auf seinem letzten Weg.

2000 Der Kirchturm, mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand, wird instandgesetzt. Die Kosten belaufen sich auf ca. 195.000 DM. Neben Zuschüssen des Marktes und der Diözese werden die Kosten durch Spenden der Schleeriether Bevölkerung finanziert. Bei den Renovierungsarbeiten entdeckt man im Knopf der Spitze Urkunden sowie Geldscheine, die bei früheren Arbeiten beigelegt wurden. Diese historischen Dokumente aus den Jahren 1777, 1846, 1907, 1936, 1953 lassen die Geschichte des Ortes in den letzten drei Jahrhunderten lebendig werden. Nachdem man sie kopiert und somit den Inhalt gesichert hatte, werden sie mit einer Urkunde aus dem Jahr 2000 in einer neuen Kartusche in die Kirchturmspitze zurückgelegt.

2000-2001 Bei der erneuten Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" wird Schleerieth zum sprichwörtlichen "Golddorf". Als eines von sieben Dörfern in Bayern, konnte man sich nach Goldmedaillen auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene für den Bundesentscheid im Jahre 2001 qualifizieren. Hier errang das Dorf, nicht zuletzt aufgrund des außergewöhnlichen Engagements seiner Bürger, eine Silbermedaille, zu deren Überreichung man nach Berlin eingeladen wurde. Dieser Erfolg hatte einen Ministerbesuch zur Folge und das Dorf ist seitdem regelmäßig Ziel von Besichtigungen.

2002 Pfarrer Peter Roth geht nach 38 Jahren als Pfarrer von Schleerieth in den wohlverdienten Ruhestand. Seit 1964 war er hier als Seelsorger tätig, seinen Lebensabend verbringt er in seiner Heimatgemeinde bei Aschaffenburg. Pater Thomas Pullatu MCBS, aus Kerala in Indien, folgt Pfarrer Roth als Pfarrer von Schleerieth.

 

2008 Die Pfarrei Schleerieth feiert ihr 555-jähriges Jubiläum. Den Gottesdienst zu den Feierlichkeiten zelebriert der Würzburger Bischof Scheele.

  23.07.2008 "555 Jahre Pfarrei Schleerieth"

  30.07.2008 "Schleeriether Kinder singen für Scheele"

 

2008 Mit der Anlage einer Streuobstwiese ...

  29.12.2008 "Ein Baum ist mehr als nur Obstbaumlieferant"

 

2008-2010 Erneute Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" ...

  03.11.2009 "Silber für ein Dorf zum Wohlfühlen"

 

2009 ...

  15.10.2009 "Ein Hotel in guter Lage"

  18.10.2011 "Eine einzigartige Einrichtung"

 

2010 Die Pfarrei Schleerieth wird Teil der Pfarreiengemeinschaft Maria im Werntal.

  02.02.2010 "Christen gehen gemeinsam neue Wege"

 

2012 Nach knapp einem Jahr Bauzeit findet die Einweihung eines "Lehrbienenstandes" statt. Der "Bienenzuchtverein 1872 Schweinfurt" hat das Gebäude gegenüber den Sportplätzen fast ausschließlich in Eigenregie errichtet. Hier sollen Schulungen für Jungimker und Vorführungen für interessierte Gruppen durchgeführt werden.

  02.01.2014 "Bis die Honigtafel gedeckt ist"

  11.02.2015 "Wer ein echter Imker werden will"

  24.08.2017 "Sorge um das Überleben der Bienen"

 

2017 Mit dem Weggang von Pater Thomas ist Schleerieth nach 547 Jahren (seit 1470) nun keine eigenständige Pfarrei mehr.

2019 Mit dem Auszug von Pfarrvikar Pater Murphy aus dem Pfarrhaus, endet nach Jahrhunderten kirchlich geprägten Lebens im Dorf eine weitere Ära, das Pfarrhaus steht nun leer.

 

2020 Der Friedhof wird vollständig neu gestaltet. Die Gräber werden verkürzt....

  09.09.2020 "Ärger um Friedhofsarbeiten"

  08.10.2020 "Leserforum: Keine Rücksicht auf Pietät genommen"

 

2021 Schleerieth ist online - die erste offizielle "Gesamt-Homepage" des Dorfes wird freigeschaltet. Zu finden ist die Seite im Internet unter der ehemaligen URL der SG Eschenbachtal Schleerieth: https://schleerieth.de

 08.03.2021 "Homepage soll Kommunikation in der Dorfgemeinschaft fördern"

 

.Quellen:

Abk. Quelle
Q-1 ...
   

Zusammengestellt von Martin Pfister, Schleerieth

20. Jhdt. Zu Beginn des Jahrhunderts sind zwischen 70 und 80 Männer im Schleeriether Steinbruch beschäftigt.

1901 Das Dorf erhält Telefonanschluss.

1907 Turmurkunde...

1907 Eine Kriegerkameradschaft wird gegründet.

1912 Inbetriebnahme der ersten eigenen Wasserleitung, sie wird von einer Quelle am "Sauren See" gespeist.

1913 Die elektrische Stromversorgung wird eingerichtet

1914 Fast alle Häuser des Dorfes verfügen über eine Hochdruckwasserleitung.

1914-1918 Am Ersten Weltkrieg nehmen 71 Schleeriether Männer teil - sieben (acht?) von ihnen kommen nicht mehr in ihre Heimat zurück.

1921 Die Kinderbewahranstalt, ein Vorläufer des heutigen Kindergartens, wird gegründet.

1925 Der Obst- und Gartenbauverein wird gegründet. Die Mitglieder erhoffen sich durch den Zusammenschluss einen besseren Absatz ihrer Obsternte.

1931 Die Mosterei wird errichtet, eine genossenschaftliche Kelterei entsteht -  der Streuobstgürtel um Schleerieth besteht aus ca. 2500 Obstbäumen.

1932 Durchführung einer ersten Flurbereinigung (?) - siehe 1938

1936 Turmurkunde...

1938 Flurbereinigungsverfahren (?) - siehe 1932

1939-1945 Von den 64 Schleeriether Soldaten dieses Weltkrieges sind nach Kriegsende 14 Männer gefallen oder in Kriegsgefangenschaft gestorben, weitere sieben werden vermisst.
Anmerkung: Im Zweiten Weltkrieg wird das Dorf unter Artilleriebeschuss genommen: Am 9. April 1945 marschieren die Amerikaner von Eckartshausen kommend auf das Dorf zu. In der Nähe des heutigen Sportplatzes stoßen sie auf Widerstand: Vom Steinbruch aus werden sie von versprengten Mitgliedern des Heimatschutzes beschossen. Drei Amerikaner werden bei diesem sinnlosen Gefecht getötet - das Dorf wird darauf hin von Panzern unter Feuer genommen. Neben einem schwer beschädigten Wohnhaus werden 22 (24?) Scheunen sowie zahlreiche Stallungen und Nebengebäude Opfer der Flammen. Unter der Bevölkerung gibt es glücklicherweise keine Toten. (Ü)

1953 Turmurkunde... und der Friedhof wird bereinigt

1962 Die Ortsverbindungsstraße Schnackenwerth-Schleerieth-Eckartshausen wird Kreisstraße. Die Dörfer werden nicht mehr mit dem Unterhalt belastet.

1963 Eine Kriegerdenkmalstätte im Friedhof wird angelegt. Die Arbeiten führt der örtliche Bildhauer Berthold Schneider durch. Die Steine stammen aus den Schleeriether Sandsteinbrüchen.

1964 Pfarrer Peter Roth aus Aschaffenburg wird neuer Seelsorger in Schleerieth

1966 Die letzten Brote werden im alten Backhäuschen gebacken, drei Jahre später wird es abgerissen.

1968 Für die alte Dorfschule ist es das letzte Schuljahr, ab sofort werden die Schleeriether, mit den Kindern aus der ganzen Umgebung, in der neuen "Balthasar-Neumann-Volksschule" am unterrichtet.

1968 Der Friedhof wird auf seine jetzige Größe erweitert.

1969 Die Schleeriether Flur wird zum zweiten Mal bereinigt - ca. 5 km Betonweg werden gebaut.

1969 Aus dem nach dem Krieg modernisierten Kindergarten werden vom Mutterhaus die Ordensschwestern zurückgerufen, ab sofort verrichten Kindergärtnerinnen die Kindererziehung.

1970 Das Leichenhaus wird für DM 36.000 erbaut und im Dezember des darauffolgenden Jahres eingeweiht.

1970 Der Gesangverein wird gegründet.

1971 Der Sportverein "SG Eschenbachtal Schleerieth-Rundelshausen-Eckartshausen" wird gegründet.

1972 Die Gebietsreform lässt auch Schleerieth nicht aus: Nach mehreren Versammlungen mit lebhaften Diskussionen kommt man zu der Einsicht, dass eine kleine Gemeinde den Verwaltungsaufgaben der heutigen Zeit nicht mehr gewachsen ist. Schleerieth wird Teil der Großgemeinde Werneck. Der bisherige Schleeriether Bürgermeister Otto Schmittfull wird Gemeinderat der Großgemeinde Werneck. Das Bild unten zeigt den Bericht dazu vom Schweinfurter Tagblatt aus dem Jahre 1972.

1973-1974 Ein Sportplatz wird angelegt und das Sportheim errichtet, fast ausschließlich in Eigenregie.

1974 In Eigenleistung wird ein neues Feuerwehrhaus neben der Kelterei gebaut, das alte stand unweit der Bushaltestelle in der Ortsmitte.

1977 Schleerieth erhält vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege eine Auszeichnung im Wettbewerb „Der grüne Friedhof“.

1979 Erstmals findet die Faschingssitzung der SG Eschenbachtal in der Turnhalle der Verbandsschule statt.

1982 Die SG Eschenbachtal legt oberhalb des Sportplatzes eine Ausweichplatz an.

1984 Die "Faschingsgemeinschaft SRE" (=Schleerieth-Rundelshausen-Eckartshausen) entsteht aus einer Abteilung der SG Eschenbachtal.

1988 Das Bürgerfest der Marktgemeinde Werneck findet in Schleerieth statt.

1990 Die Gadenanlage, bisher im Privatbesitz dreier Familien, werden dem Markt Werneck kostenlos überlassen. Weil sie in einem sehr schlechten Zustand sind, beginnt man ím April 1992 mit deren Renovierung. Die Kosten belaufen sich auf etwa 190.000 DM (80.000 DM zinsloses Darlehen des Kultusministeriums, 17.000 DM Zuschuss Bayer. Landesstiftung, Rest Eigenmittel Markt Werneck).

1990 Der OGV richtet erstmals ein Mostfest an der Kelterei aus.

1990-1991 Bei der ersten Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" erringt man auf Bezirksebene (Unterfranken) eine Gold- und auf Landesebene (Bayern) eine Silbermedaille, sowie einen Sonderpreis für „vorbildliche Leistung der Dorfgemeinschaft im sozialen Bereich“.

1991 Das Pfarrhaus und der Pfarrgarten erreichen beim Kreiswettbewerb „Haus, Hof und Garten – wir gestalten unseren Lebensraum“ den 1. Preis.

1991 Für seinen Friedhof erhält Schleerieth einen Sonderpreis beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden.

1994 Ein neuer Dorfbrunnen wird am Dorfplatz unterhalb der alten Schule errichtet.

1994 Die Gaden werden restauriert und der OGV veranstaltet erstmals die sogenannten Gadenspiele.

1997 Die Dorfplätze werden neu gestaltet und eine Reliefsäule an der Mosterei wird aufgestellt.

1997 Eine eigene Friedhofssatzung des Marktes Werneck für den Friedhof in Schleerieth wird erlassen - darin ist festgelegt, dass grundsätzlich nur noch Grabmale aus heimischem Sandstein verwendet werden dürfen.

1998 Man ersetzt das Flachdach des Leichenhauses, auf Vorschlag der Kommission des Landesentscheides zum Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft", durch ein sogenanntes Zeltdach. Der Vorplatz der Aussegnungshalle wird ebenfalls erneuert.

 

Quellen:

Abk. Quelle
Ü mündlich überliefert
   

Zusammengestellt und Anmerkungen von Martin Pfister, Schleerieth) 

um 900 Die erste Ansiedlung entsteht: In einer mündlichen Überlieferung ist die Rede von „sieben Siedlungen an einem See“.

1150 Schleerieth wird zum ersten mal urkundlich erwähnt: In einer Urkunde des Klosters Michelberg in Bamberg aus dem Jahre 1150 wird von einem „Gut Slerit“ berichtet. Ein Abt Hemerich erwirbt das Gut Slerit von Gottfried von Würzburg

1241 In einer Urkunde des Bischofs Hermann von Sodenburg, aus dem Jahre 1241 zu Würzburg, wird eine Jutta von Slehenried als Angehörige eines Würzburger Adelsgeschlechtes aufgeführt. Sie hat vorgesprochen, um sich in das bischöfliche Ministerial (kirchlicher Adel) eintragen zu lassen. In einer anderen Urkunde wird Reinhard von Wolfskehl-Grumbach als ihr Gemahl benannt. Sie könnte also eine Vorfahrin von Bischof Wolfram von Grumbach gewesen sein. Die "Burg von Slerit" lag nach Überlieferungen auf dem Grundstück Nr. 33. Der Legende nach soll von dort aus ein unterirdischer Gang in die nördliche Flur geführt haben.

Anmerkung: Das Grundstück Nr. 33 war vor Einführung der Straßennamen direkt am südlichen Ortseingang, auf der "Urkarte" von Schleerieth kann es eindeutig zugeordnet werden (siehe Bildmitte).


13. Jhdt. Die Johanniter erwerben durch Schenkung und Kauf Besitz in Schleerieth. Fast das ganze Dorf war dem Orden bis zur Säkularsisation im Jahre 1803 lehenspflichtig.

1453 Erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei in Schleerieth, die Mutterpfarrei ist Essleben.

1470 Erstmals wird eine eigene Pfarrei in Schleerieth "erwähnt", Filialen in wechselnder Folge sind Eckartshausen, Egenhausen, Vasbühl, Schnackenwerth und ab 1857 Rundelshausen. Als Pfarrer ist Johann Reichenherbst in die Kirchenbücher eingetragen.

1578 Die Reformation geht nicht spurlos an Schleerieth vorbei, Pfarrer Wansiedel berichtet: "So ist das Pfarrvolk mit samt den Filialen ganz lutherisch, arg schnöd und bös und ich muß wahrlich hungern, Kummer, Angst und Nötten leiden".
Anmerkung: Der Beginn dieser kirchlichen Erneuerungsbewegung wird auf das Jahr 1517 datiert, in dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentüre von Wittenberg anschlägt. Sie führt schließlich zur Spaltung des Christentum in verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert). Unter Julius Echter von Mespelbrunn, Fürstbischof von Würzburg von 1573 bis 1617, der in Franken eine Gegenreformation durchführt, wird die alte Ordnung wieder hergestellt.

1612 Der älteste Teil der heutigen Kirche entsteht, der Turm - er trägt die für diese Zeit typische Juliusspitze, benannt nach dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Aus den Resten des vorherigen Chores soll die alte Sakristei entstanden sein, die bis heute existiert. Sie liegt hinter dem Hauptaltar, wird jedoch nicht mehr als Sakristei genutzt.

1618-1648 Während des Dreißigjährigen Krieges hat das Dorf, wie alle umliegenden Dörfer, unter den durchziehenden Soldatenhorden zu leiden, vor allem unter den Schweden. Auch durch Pest und Hunger wurde die Bevölkerung stark dezimiert. Die 27 Familien im Jahre 1637 besitzen noch 2 Geißen, 1 Kuh und 6 Pferde. Truppendurchzüge, Einquartierungen und Plünderungen beeinträchtigen das Leben im Dorf bis über das Kriegsende hinaus.

1675 Die Gadenanlage wird errichtet (oder erweitert?), das linke Gewände trägt die Inschrift „Nikolaus 1675 Rednert“. Die Anlage mit ihren drei Eingängen mit Portalrahmungen ist im Erdgeschoß massiv, während das Obergeschoß als Fachwerkbau aufgesetzt ist.

1770 "Anno 1770 ware eine endsetzliche Theurung und Hungers Noth daß dergleichen von unseren vor Alter hinter Jahren ist nicht gehört noch gesehen worden... die Arme haben vor deren Haus-Thüren knyend weynend gebetten, um nur einen einigen Bissen Brod. Es seyet würcklich viele Menschen dieser Zeit für Hunger gestorben. So gar die Juden haben aller orthen bey denen Christen gebettelt...". Die Bauern dürfen unter Androhung von Landesverweis kein Getreide mehr eigenständig verkaufen. Brot wird aus gedörrten und gemahlenen Kartoffeln, Kolhlrabi und Quetten gebacken. (Q-1)

1771-1772 "Anno 1771 und 72 hat eine förchterliche Krankheit im gantzen Land, wie auch in benachbarten Ländern graßirt, das alles übrige zu geschweigen man hier 3 verheyrathete Personen nemblich zwey Ehleuth Nahmens Claus Bauer, und dessen Hausfrau, in ihren dreysig Jährigen Alter dann noch einen der stärksten Männer Nahmens Caspar Nöth in ein grab zusammen gelegt und begraben hat...".
Anmerkung: Möglicherweise handelte es sich um die zur damaligen Zeit in unserer Gegend grassierende, sogenannte "rote Ruhr" oder "Blutruhr", die bei einem Feldzug eingeschleppt worden sein soll. (Q-1)

1773 "Anno 1773 hat man mit verwunderung ansehen müssen, daß so viele Gattung der Mäusen, nämlich weiße, schwartze, graue, auch stumpf Schwänzige, und allerhand ungewöhnliche Sorten, unzählbar viel, das Getrayt von allen Gattungen so abgefressen, daß man auf einen Morgen Feld kaum 3. Bund oder Garben bekommen, was noch aufgekommen bis zum Blühen, oder Körnen haben sie noch an denen Stängeln auf lauffent abgebissen". (Q-1)

1777 Am 6. Juni diesen Jahres werden bei Restaurierungsarbeiten am Kirchturm sogenannte Turmurkunden im "Knopf" der Turmspitze gefunden. Wegen eingedrungenem Wasser sind sie jedoch verstockt und somit unlesbar. (Q-1)

18./19. Jhdt. Während Revolution und Befreiungskriegen, welche die französische Vorherrschaft in Europa unter Kaiser Napoleon beenden, wird Schleerieth von Einquartierung und Brandschatzung heimgesucht.

1811 Der alte Friedhof ist nicht mehr ausreichend und wird still gelegt, im darauffolgenden Jahr wird der neue, heutige, am östlichen Ende des Dorfes eingeweiht.

1845 "Im Jahre 1845 fing es im Januar an zu schneien und legte einen solchen Schnee, wie es noch Niemanden gedachte. Es war sogar der Weg nach Vasbühl ungangbar und man hörte von Unglücksfällen an vielen Orten, die Menschen und Vieh getroffen; selbst der Kaplan war nahe daran, zwischen Schleerieth und Rundelshausen im Schnee umzukommen." (Q-2)

1846 "Am 28. März 1846 - Samstag vor Judica - wurde vom Schieferdecker Andreas Herr von Obbach das Kreuz und der Knopf vom Kirchenthurm herab genommen, weil daselbe in den Kriegsjahren – 1796 – von den Franzosen durchschossen war. Die Helmstange wurde um 6 Schuh verlängert und auch ein neuer Knopf angeschafft. In dem Knopf selbst hat man eine in Blei gewickelte Schrift gefunden, d: d: 6. Juni 1777, welche im Originale beiliegt und in Abschrift in die Pfarrey Repositur hinterlegt ist. ... Wir leben jetzt in den friedlichsten Tagen, so daß viele jetzt lebende Menschen von jenen fürchterlichen Kriegsjahren, welche die französische Revolution – 1789-1815 – erzeugte, nichts aus Erfahrung wissen." (Q-2)

um 1860 Anmerkung: Im 19. Jahrhundert wird das Königreich Bayern erstmals kartographisch erfasst, die sogenannte "Urkarte" entsteht. König Max I. gründet bereits im Jahre 1808 den Vorläufer des Landesvermessungsamtes und ordnet die systematische und exakte Vermessung sämtlicher Grundstücke an. Folglich soll eine einheitliche und gerechte Besteuerung von Grundbesitz gewährt werden, die Haupteinnahmequelle des jungen Königreiches. Die zeichnerischen Ergebnisse dieser ersten Vermessung werden auf Flurkarten (Katasterkarten) zusammengefasst. Heute bezeichnet man diese Kartendokumente auch als "Uraufnahmeblätter". In Schleerieth (Kartenausschnitt) war der Vermesser wohl in den Jahren um 1860.

Anmerkung: Vergleicht man auf den folgenden beiden Bildern die Urkarte mit der Karte von heute (gleicher Maßstab), erkennt man dass die Kirche auf der Urkarte wesentlich kleiner ist und auch einen anderen Grundriss hat. Folglich müssen die Vermesser also vor 1861 in Schleerieth gewesen sein, dem Jahr in dem das Gotteshaus abgerissen wurde.


1861 Die alte Kirche wird abgebrochen und die heutige, größere, wird errichtet. Der Turm aus dem Jahre 1612 bleibt jedoch erhalten. Auch die heutige Inneneinrichtung mit den Altären entstammt dieser „neugotischen“ Zeit. (Q-3)



1866 Unter den Soldaten, die am sogenannten Main-Feldzug teilnehmen, sind auch Schleeriether. Es handelte sich dabei um Operationen der preußischen Main-Armee im Deutschen Krieg von 1866. (Q-3)

1870-1871 Am Feldzug 1870/71 gegen Frankreich nehmen auch Schleeriether Bürger teil. (Q-3)

1873 Das Dorfschulhaus, die heutige Alte Schule, wird gebaut. (Q-3)

1873 Die Freiwillige Feuerwehr Schleerieth wird gegründet.

1877 Der neue Friedhof wird zum ersten mal erweitert.

1890 "Am 23. Januar 1890 kam plötzlich ein Sturmwind, der auf der nördlichen Seite des mit Schiefersteinen gedeckten (Kirchen-) Daches sieben Sparren mit samt Dach abhob und zu Boden warf. Viele Gebäude wurden stark beschädigt. Die stärksten Bäume wie Strohhalme geknickt. Andere mit samt den Wurzeln aus dem Boden gerissen." (Q-3)

1890 "Am 8. August 1890 nachmittags ½ 1 bis 2 Uhr wurde die Gemeindekasse im Hause des damaligen Gemeindekassiers Nikolaus Drescher, Haus Nr.: 24 erbrochen und daraus 687 M. gestohlen. Der Dieb schleppte die eiserne Kiste in den Keller woselbst er den Deckel einschlug. Daselbst fand man auch die winkulierten Wertpapiere des Armenfondes welche der Dieb, da er solche nicht verwerten konnte, hinter die Fässer warf. Leider fehlt bis heute jede Spur vom Thäter." (Q-3)

1893 "Im Jahre 1893 entstand infolge anhaltender Trockene, eine solche Futternot daß die Leute ihr Vieh um Spottpreise abgeben mußten. Es kam sogar vor, daß Vieh, welches zu sehr abgemagert war, abgeschlachtet und vergraben wurde, um es nicht Hungers sterben zu sehen." (Q-3)

1895 "Am Montag den 26. August 1895 wurde durch den Schieferdeckermeister Karl Schneller von Werneck das Kreuz und der Knopf vom Kirchthurme abgenommen um solche zu vergolden. Zur freudigen Erinnerung an den siegreichen Feldzug des Jahres 1870/71. ..." (Q-3)

 

Quellen:

Abk. Quelle
Q-1 Turmurkunde aus dem Jahre 1777
Q-2 Turmurkunde aus dem Jahre 1846
Q-3 Turmurkunde aus dem Jahre 1895
   
   

Zusammengestellt und Anmerkungen von Martin Pfister, Schleerieth

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